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Fragment: SIH-0021
Fragment aus einem Missale, 15. Jahrhundert
Pergament, unregelmäßig beschnittenes Blatt
95 x 75 mm.
Alt-Nr. 25, Sammlerbeschriftung auf dem alten Passepartout: „15. Jahrh.“.
Die beiden Fragmente SIH0021 und SIH0022 stammen offenbar aus einer Handschrift, wie an der regelmäßigen Textura-Handschrift zu erkennen ist (vergleiche vor allem das Majuskel-Q). Sie dürften ursprünglich Teil desselben Codex gewesen sein, bevor sie (teilweise) unabhängig voneinander verkauft wurden. Auf beiden Fragmenten springen die Fleuronné-Initialen direkt ins Auge, und die Fragmente wurden vermutlich wegen dieser Initialen aus ihrem ursprünglichen Kontext entfernt. Wiewohl durch das Ausschneiden die Seiten verstümmelt wurden, sind beide Fragmente in einem guten Erhaltungszustand und weisen lediglich schwache bräunliche Verfärbungen in den Bereichen auf, die, wie es scheint, nicht von Passepartouts bedeckt waren. Beide sind vom Sammler mit einer Nummerierung in Bleistift versehen worden („Nr25“ und „Nr25a“).
Die ursprüngliche Handschrift wurde mit viel Sorgfalt vorbereitet und geschrieben, was nicht nur die regelmäßige Schrift, sondern auch die Linierung der Handschrift zeigt. Beide Fragmente zeigen auf den Recto-Seiten die linke Hälfte einer rechten Spalte und damit auf den Verso-Seiten die rechte Hälfte der linken Spalte.
Das erste Fragment (SIH0021) überliefert auf der Recto-Seite den Introitus zum zweiten Sonntag der Fastenzeit, vervollständigt: „Reminiscere miserationum tuarum, Domine, et misericordiae tuae, quae a saeculo sunt: ne unquam dominentur nobis inimici nostri: libera nos, Deus Israel, ex omnibus angustiis nostris.“ Es handelt sich um eine Antiphon, die üblicherweise von Psalm 25,1 VUL gefolgt wird, zusammen mit dem Gloria Patri und der Wiederholung der Antiphon. Auf der Verso-Seite desselben Fragments findet sich eine Lesung aus Jesaja 55,6, die thematisch eng mit dem liturgischen (Weihnachts-)Kontext verbunden ist. Fragment SIH0022 bezeugt ebenfalls biblische und liturgische Texte. Auf der Recto-Seite ist der Bittpsalm 5, 2–3 überliefert sowie der Introitus des Freitags der 2. Woche der Fastenzeit, während die Verso-Seite eine Passage aus Genesis 37,9–10 (Vulgata) enthält. Inhaltlich wird diese Passage aus der Genesis in Lesungen thematisch mit Joseph und seinen Träumen in Verbindung gebracht. Beide Fragmente gehörten zu einem Missale (Messbuch), das einerseits der Feier des Kirchenjahres, andererseits auch der kontinuierlichen Lesung biblischer Texte im gottesdienstlichen Rahmen diente.
Die beiden ausgeschmückten Initialen der Fragmente erscheinen bemerkenswert. Besonders die Initiale R auf Fragment SIH0021, in Rot ausgeführt, ist mit Ranken und einem grün akzentuierten, Blumen imitierenden Binnenfleuronné versehen, das außerordentlich plastisch wirkt. Die Rankenverzierungen an der linken Seite der Spalte beanspruchen die gesamte Länge des Fragments und bestehen aus Ranken, die sich in ganz unüblicher Weise zu Voluten einrollen. Die Initiale E auf Fragment SIH0022 ist in ähnlichem Stil gehalten. Auch diese Initiale ist 3 Zeilen hoch, das Rankenwerk beansprucht eine Höhe von etwa acht Zeilen. Die Farben sind für diese Initiale umgekehrt benutzt worden: Das E ist in Blau, das Binnenfleuronné in Rot angebracht worden.
Janne van der Loop
Bitte zitieren nach der Druckversion: Janne van der Loop, Zwei Fragmente aus einem Missale, 15. Jahrhundert, in: Kristin Böse und Sita Steckel (Hg.), Tinte und Gold. Fragmente mittelalterlicher Handschriften aus der Sammlung von Hanny Franke, Eschborner Museumsschriften 10, Eschborn 2025, S. 22.
Zu den Literaturnachweisen

